Beratung, Begleitung, Rat & Trost für pflegende Angehörige


PFLEGENDE ANGEHÖRIGE:
„Wie viel kann ich tragen? Was kann ich ertragen?“

Manchmal ist genügend Zeit zur Planung der Pflege, entweder zu Hause oder im Heim, vorhanden. Oft aber steht man ganz plötzlich vor dieser Aufgabe, beispielsweise wenn ein Patient aus dem Krankenhaus entlassen wird und kein Pflegeplatz frei ist oder wenn die finanziellen Mittel dafür fehlen.

Ca. 80 % von den in Österreich etwa 450.000 pflegebedürftigen Menschen werden durch ihre Angehörigen zu Hause gepflegt. Sie sind daher eine äußerst wichtige Säule für unsere Familien und unsere Gesellschaft. Dieser Dienst ist keine Selbstverständlichkeit und verdient große Anerkennung, Respekt und Wertschätzung.


Pflegen bis zur Aufopferung?

Die Belastungen sind für die meisten pflegenden Angehörigen allerdings extrem und bedürfen immer wieder einer beratenden Unterstützung und direkten Hilfe, um ein „Ausbrennen“ und gesundheitliche Schäden zu verhindern.

In meinen Gesprächen mit pflegenden Angehörigen wurden u. a. folgende Schwierigkeiten genannt:
„Rund um die Uhr da sein zu müssen. Ich kann nicht mehr weg. Ich bin an das Haus gefesselt. Keine Zeit mehr für meine eigenen Bedürfnisse. Alles hängt nur an mir. Niemand hilft mir wirklich. Ich fühle mich allein gelassen. Ich habe Angst, es nicht mehr zu schaffen. Ich bin überfordert. Ich trage die ganze Verantwortung. Es bleibt für mich selbst und meine Interessen keine Zeit mehr. Ich fühle mich isoliert. Für andere ist alles selbstverständlich, was ich da mache. Es belastet mich, das Leid zu sehen und nicht helfen zu können. Ich kann meine eigenen Gefühle nicht mehr zulassen. Die körperliche Pflege ist sehr anstrengend. Manchmal verhält sich der Patient undankbar und schwierig, dann geht es mir sehr schlecht. Finanziell geht es sich nicht aus – wie schaffe ich das? Die moralische Verpflichtung bereitet mir Schuldgefühle. Manchmal bin ich traurig, aggressiv und wütend über die Situation. Die Ungewissheit über die Dauer dieser Situation ist extrem belastend. – Ein Jahr? Fünf Jahre? Zehn Jahre? Ich brauche jemanden, der mir zuhört. Ich verliere die sozialen Kontakte zu anderen. Ich brauche wenigstens einige Stunden Zeit für mich. Ich habe Schlafstörungen. Ich fühle mich erschöpft.“ 

Es ist selbstverständlich, dass die Pflege den Bedürfnissen der Patienten entsprechen muss, da sie anderenfalls nicht adäquat durchgeführt wird. Diese Regel gilt aber in besonderem Maße AUCH für die pflegenden Angehörigen – auch deren Bedürfnisse müssen beachtet werden, um diese schwierige Aufgabe der Pflege bewältigen zu können und dabei nicht selbst Schaden zu nehmen.

Die jeweils passende Pflegeform (zu Hause/Pflegeheim/24h-Pflege etc.) sollte mit allen Beteiligten der Familie im Vorfeld abgesprochen werden. Immer sollten jedoch die Bedürfnisse des Patienten UND des pflegenden Angehörigen im Vordergrund stehen.


Hilfe & Beratung:

Leider können pflegende Angehörige Hilfe und Beratung oft erst annehmen, wenn sie sehen, dass es nicht mehr geht, wenn sie die Situation einfach nicht mehr aushalten oder sie zum Beispiel selbst krank geworden sind. Bitte achten Sie als Angehöriger auch auf sich selbst und holen Sie sich rechtzeitig Rat, Hilfe und Unterstützung, wenn die Belastung zu groß wird!

Eine frühzeitige Beratung – speziell aus einem anderen, außerfamiliären Blickwinkel – könnte die Situation oft wesentlich verbessern.


Meine Beratungen …

  • basieren auf langjährigen persönlichen Erfahrungen im Pflegebereich.
  • haben zum Ziel, neue Sichtweisen, Perspektiven oder Auswege Ihrer Situation zu erschließen.
  • bieten Ihnen eine externe, neutrale Gesprächsmöglichkeit zur Situationsklärung und Neuorientierung.
  • helfen durch den Blick von außen, die Bedürfnisse des zu Pflegenden und der Angehörigen klarer zu erkennen.
  • unterstützen dabei, mögliche Hindernisse aus dem Weg zu räumen und eine tatsächliche Verbesserung der Situation zu erreichen.
  • unterliegen absoluter Vertraulichkeit.

  

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